Maulkorbauswahl

Maulkörbe gibt es viele…. in unterschiedlichen Materialien, Farben und Formen. Doch obwohl ich Pee-Wees Nasenlänge und Schnauzenumfang kenne, reichen diese Maße nicht, um sofort passende MKs zu finden. Je nach Hersteller muss man nämlich soundsoviel Zentimeter oder Prozent draufrechnen.  Beziehungsweise sind die meisten Modelle rein „rechnerisch“ entweder zu schmal für die Nasenlänge oder deutlich zu lang für den Schnauzenumfang. *grmpf*

Obwohl ich bei Amazon und bei Zooplus je zwei möglicherweise passende Maulkörbe bestellt habe, schwirrte mir der Kopf irgendwann nur noch.

Also rief ich einfach mal bei chic & scharf an, DEM Online-Shop für Maulkörbe, der mir von mehreren Hundefreunden empfohlen worden war. Der Geschäftsführer war supernett und hilfsbereit, wir haben uns wirklich lange beratschlagt und nachdem ich ihm Pee-Wees Maße vorsichtshalber noch mal gemailt sowie einige Fotos von seinem Bollerkopf dazugepackt habe, wird er mir nun eine größere Auswahl an Maulkörben zuschicken. Diese kann ich dann hier in aller Ruhe anprobieren. Sollte ein Teil passen, darf ich den Rest einfach zurückschicken und bekomme dann eine Rechnung. Wenn das mal kein prima Service ist!

Wäre doch gelacht, wenn da nix einigermaßen passt!

Erste Besucher

Dass Pee-Wee Menschen grundsätzlich toll findet, war uns klar, dementsprechend entspannt waren wir, dass sich heute „Gäste“ angemeldet hatten.

Tatsächlich fand unser Burschi den Schornsteinfeger in voller Montur gar nicht unheimlich, sondern begrüßte ihn wie einen alten Freund. Und auch ein Gutachter, der im Auftrag der Deutschen Bahn (in unserer Nähe gibt es umfangreiche Baumaßnahmen) unser Haus inspizierte und die von der DB finanzierte Lärmschutzmöglichkeit vorstellte, wurde freundlichst empfangen.

Gerade bei letzterem, der ja länger blieb, wurde deutlich, wie gut Pee-Wees Gelassenheit Menschen gegenüber auch Sofia tut: nach Simbas Tod fehlte ihr einfach ein großer Kumpel, an dem sie sich orientieren konnte…doch nun hat sie wieder einen „Beschützer“ und hat sich selbst nach der allgemeinen überdrehten Begrüßung (von der sie sich IMMER anstecken lässt) nicht wieder in ihre Ängste geflüchtet.  Stattdessen stapfte sie mit auf die Couch, gab dem Mann Küsschen, entspannte und blieb auch relaxt, als er mit uns durch’s Haus wanderte und irgendwann wieder mit uns zurückkam.

Fehlkauf

Auf Reginas Empfehlung hin sind wir zum Reifenberg nach Siegburg-Zange, einem kleinen, aber feinen Hundeladen mit großer Auswahl und sehr netten Mitarbeitern. Die Dame war ganz begeistert vom Pivelino und konnte sich gar nicht vorstellen, dass der auch mal „unnett“ wird. Trotzdem brachte sie mir unermüdlich einen Maulkorb nach dem anderen und half mir beim Anprobieren.

Als uns eine Ledervariante passend erschien, schlossen wir den Maulkorb, um die Größe einzustellen….als der eh schon gestresste Pee-Wee in Panik geriet, die Krallen in das Leder hakte, zog und anfing zu kreischen. Fürchterlich! 

Also ganz schnell das Teil wieder abgezogen (was gar nicht mal so einfach war mit dem total verkrampften Hund) und einfach gekauft…. schließlich war ich selber mittlerweile schweissgebadet und völlig runter mit den Nerven.

Zuhause angekommen kamen mir aber Zweifel an der Sicherheit des weichen und flexiblen Maulkorbs: könnte ein einfaches und schmales Kreuz an der Spitze wirklich ein Beissen verhindern, sollte der Dicke tatsächlich soweit gehen wollen?

Zwei Fotos und eine WhatsApp später war klar: das war ein Fehlkauf!
Ein wirklich sicherer Maulkorb muss deutlich geschlossener sein und darf vor allem nicht so flexibel sein.

Also fix im Laden angerufen und die Sache erklärt. Kein Problem! Ich sollte einfach in den nächsten Tagen mit Ware und Kassenzettel wiederkommen und den Maulkorb zurückgeben.

Nun muss ich wohl doch schauen, dass ich mir online diverse Modelle bestelle, um sie zuhause in aller Ruhe und ganz ohne Stress anzuprobieren. Doch mit der entsprechenden Internetrecherche werde ich wohl erst morgen beginnen…. heute fehlt mir der Nerv dazu!

Zumal der Dicke auch noch das superstabile Kleinmetall-Leinenstück zum Anschnallen angenagt hat, als er im Auto auf mich warten musste, während ich die Einkäufe zu meinen Eltern hochschleppte (meine Mama ist seit Wochen heftigst erkältet und so habe ich wenigstens ihren Großeinkauf erledigt).

Zur „Belohnung“ wurde er befreit und meinen Eltern vorgestellt, die sich unglaublich über ihr neues, extrem charmantes und sooooo schönes vierbeinige Enkelkind gefreut haben.  Da wurde geherzt und geküsst….und Pee-Wee hat die ungeteilte Aufmerksamkeit genossen! 

Und ja: der Große ist wirklich bildschön!

Tasmanischer Teufel

An sich wollten wir endlich wieder mit dem Trailen beginnen, mussten das Training aber größtenteils krankheitsbedingt ausfallen lassen. Also habe ich mich einfach mit Regina und ihren Mädels zu einem gemeinsamen Spaziergang in der Wahner Heide getroffen.

Sofia freute sich wie bolle über Miss Sophie und Pina…. und rackerte sich ordentlich ab, um sie zum Spielen zu animieren. Das klappte aber einfach nicht richtig, weil die beiden Jagdhündinnen (Bloodhound und Spinone) mehr an Wildspuren interessiert waren.  

Nach ca. 45 Minuten ist dem Bloodie dann auch endlich mal aufgefallen, dass ich mitlief, und freute sich ein Loch in den Bauch. Sophie propellerte, drückte sich an mich, ließ sich an meinen Beinen runterrutschen, schmiss sich auf den Boden und strampelte gut gelaunt mit allen Vieren.

Prompt kam Matilda angesprungen, die das an sich ganz lustig fand…bis sie eine Riesenpfote abbekam. Und schon ging es rund!

Mati raunzte Sophie an, die sich diese (ungerechtfertigte) Maßregelung nicht gefallen ließ und schon war die schönste Rauferei im Gange. 12 kg Gremlin gegen 50 kg Bloodhound. *kopfschüttel*

Glücklicherweise ist die Große ein eher sanftmütiger Charakter und versuchte nicht ernsthaft, Matilda zu packen und zu verletzen. Sie wollte sie nur zu Boden drücken, was bei der kleineren und eh „kaputten“ Hündin trotzdem hätte übel ausgehen können, wenn die nicht – einem tasmanischen Teufel gleich – in einer irrer Geschwindigkeit knurrend vor und zurück gerast wäre.
Wir hatten echt Schwierigkeiten, die beiden zu trennen! 

Einmal bekam ich Sophie zu packen, musste sie aber wieder laufen lassen, weil Matilda sie sonst erwischt und getackert hätte! Irgendwann habe ich dann doch das kleine Teilchen erwischt, hochgehoben und unter den Arm geklemmt, wo sie noch kurz wütend strampelte, um sich dann endlich zu beruhigen. Ts.

Minuten später war dann alles wieder paletti: Sophie näherte sich langsam an und beschnufelte ganz sanft Matildas Ohr, als ob sie fragen wollte, ob alles wieder gut sein. Matilda aber reckte nur demonstrativ die Nase in die Luft und schaute in die andere Richtung. 

Das erste Mal in der Hundeschule

Auf dem Weg zur Hundeschule Fremdhundbegegnung mit einem Parson Jack Russel, der wohlerzogen neben seinem Frauchen hertrippelte und Pee-Wee nicht mal ansah…. der sich aber fixierend auf den Boden schmiss und am liebsten zu dem Kleinen hingesprungen wäre, als der an uns vorbeilief, um dann in den höchsten Tönen zu fiepen, weil er nicht hindurfte. Na super, das fing ja gut an. 

Auf dem Gelände angekommen dann die große Überraschung: mit MEHREN Hunden konfrontiert stellt der Dicke sich nicht so an! Hier war er zwar aufgeregt und hätte gerne wedelnd Kontakt aufgenommen, ließ sich aber problemlos korrigieren, setzte sich brav vor mich, ließ sich durchknuddeln und freute sich.

Die direkte Kontaktaufnahme mit zwei kleineren Hündinnen klappte aber weniger gut: von seiner „Masse“ verschreckt, setzte es direkt Ohrfeigen, die Pee-Wee aber brav einsackte.

Also versuchten wir es mal bei einer größeren Hündin: Jill, die alte Schäferhündin der Trainerin, wartet während des Übungsbetriebs immer brav in einem eigens abgezäunten Bereich und guckte recht interessiert, als ich mich mit ihm näherte. Sie ließ sogar ihren geliebten roten Gummiknochen fallen, stand auf und so beschnufelten sich die beiden sehr nett und entspannt durch den Maschendrahtzaun hindurch. Wedel, wedel, hops. Sehr niedlich! 

Das lockere Gruppentraining lief ganz ordentlich: obwohl Pee-Wee weder seinen Namen, geschweige denn irgendwelche Kommandos kennt, ließ er sich super anleiten und machte brav mit. Bis dann leider ein junger Podenco-Rüde in Spiellaune loswetzte und sich nicht mehr einfangen ließ: dieser heftige Bewegungsreiz und vor allem der Umstand, dass der Jungspund mehrmals direkt auf uns zubretterte (Dank an Karin, die sich vor uns stellte und uns abschirmte), waren zu viel des Guten. Glücklicherweise bin ich kräftig genug, um unser „Bröckchen“ zu halten, spaßig ist es aber nicht, wenn ein knapp 40 kg schwerer Hund in die Leine knallt. Da half dann nur der Griff ins Geschirr.

Nachdem der Podenco von einer anderen Hundehalterin durch den beherzten Tritt auf die schleifende Leine gestoppt werden konnte, haben wir die Stunde frühzeitig beendet. Nachdem Pee-Wees Frustrationslevel so hoch geschnellt war, wollte ich lieber keine direkten Kontakte mehr zulassen. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Abends hat dann Karin noch angerufen und mir netterweise ihre (guten) Eindrücke mitgeteilt. Ein freundlicher, aufgeregter Hund, der aber keine Aggression zeigt und offenbar einfach mit der Gesamtsituation und vor allem mit Einzelhundbegegnungen überfordert ist, weil er das wahrscheinlich einfach nicht kennt. Da er aber „zählen“ kann, hält er sich grundsätzlich bedeckt, sobald er in eine Hundegruppe kommt -> im Tierheim lebte er problemlos in einer großen Gruppe und in seiner Pflegestelle lebten 17 andere Hunde. Auch dort hatte er sich locker eingefügt.

Jetzt heißt es einfach üben, üben, üben… und Ruhe reinbringen. Das A und O dabei ist eine gute Bindung und Vertrauen. Seinen Namen lernen, Grundgehorsam, Blickkontakt auf Signal und Maulkorbtraining, damit ICH einfach mehr Sicherheit habe und gelassener an Hundekontakte rangehen kann.

Das klingt doch nach einem Plan, oder? 

Er kann auch anders….

Da saßen wir ganz gelassen im Wartezimmer der Tierarzt-Praxis, als sich die Tür öffnete und eine Frau mit jungem Rüden reinkam (später erfahren: 15 Monate alter Rottweiler x Elo), der Pee-Wees Schnute sofort anstupste, bevor er weggezogen werden konnte…. um quasi in einer fließenden Bewegung das Bein an dem Schirmständer neben der Eingangstür zu heben. Oha!

Während die Frau nun an der Rezeption wartete, schauten die Jungs sich an und fiepten um die Wette. So weit, so nervig.

Als sich die Frau ins Wartezimmer setzen wollte und in Bewegung setzte, schaffte es ihr Rüde gleich ein zweites Mal, den Schirmständer zu markieren und den nächsten ungehobelten Kontakt zu Pee-Wee aufzunehmen, was dieser sich überraschenderweise NICHT hat gefallen lassen!

Kurzes Motzen. Die andere Frau und ich zogen unsere Rüden blitzschnell zurück und so erwischte Pee-Wee nur ein bissel Fell, als er tatsächlich nach de Jungspund schnappte. *räusper*

Um die Wahrheit zu sagen, bin ich etwas verdattert, weil ich damit nicht gerechnet hatte. An sich wirkten beide Jungs nicht unfreundlich, allerdings WAR das Verhalten des anderen ungebührlich und aufmüpfig (vor allem as Markieren in unmittelbarer Nähe eines gestandenen und intakten Rüden).

Ich schätze, ich muss da in Zukunft doch etwas vorsichtiger sein, bis ich Pee-Wees Verhalten besser einschätzen kann. Morgen geht es auf jeden Fall schon in die Hundeschule: ich möchte sehen, wie er sich verschiedenen Hunden gegenüber verhält…und erfahren, wie Katrin (die Trainerin) ihn einschätzt.

 

Pee-Wee taut auf

Pee-Wee scheint keine Hundeleckerchen zu kennen oder zu mögen und nimmt bislang selbst zuhause in entspannter Umgebung nichts an. Also probieren wir es derzeit mit Goudawürfeln. 

Damit bekommt man draußen dann doch mal seine Aufmerksamkeit…eine Grundvoraussetzung, damit er seinen Namen lernt und auf einen Rückruf reagiert. Hilfreich sind da natürlich aber auch die anderen Hunde, die ihm zeigen, wie es geht.

Mittlerweile nimmt der Große die Mädels sie und uns mehr wahr, lockert auf, zeigt erste Spielansätze und hopst fröhlich rum….sehr schön!