Good dogs!

Für Sofias Einzug hatte ich mir eine Woche Urlaub genommen und in den nächsten 2 Wochen durfte ich netterweise die im Weihnachtsgeschäft zusammengekommenen Überstunden abbauen, indem ich nur freitags und samstags arbeiten ging. Auf diese Weise hatten wir genug Zeit, um die Hunde zu vergesellschaften und langsam das Alleinebleiben aufzubauen.

Heute abend fuhr Görk zu seinem Wing Tsun, noch bevor ich von der Arbeit zurück war… somit waren die Wauzels erstmals eine ganze Stunde „alleine“.

Erfreulicherweise gab es keine bösen Überraschungen: als ich auf unsere Straße einbog, war alles still, und die Hunde rührten sich erst, als ich die Tür aufschloss. Sofia stiefelte ganz verschlafen von der Couch und stand dann mit den anderen wild wedelnd vor mir. 

Keine Pfütze, nichts kaputtgemacht, kein Gebell. Wir sind zufrieden!

Ohrenputzer


DAS hatte Matilda seit Vegas Tod gefehlt: ihre persönliche Ohrenputzerin, die sich hingebungsvoll und sanft um sie kümmert!

Die kleine Maus genießt diese innigen Momente sehr, auch wenn Sofia es anfangs etwas übertrieben hat und die Öhrchen ganz rot wurden. Sobald Sofi innehält, rutscht Mati ein kleines Stückchen vor, hält ihr das Köpfchen hin oder kratzt mit einem Pfötchen, um die Große zum Weitermachen zu animieren. 

Erster Besuch

Da das Sofichen draußen recht ängstlich bis vorsichtig auf Menschen reagiert, waren wir gespannt, wie sie sich bei Besuch verhält…. gingen aber davon aus, dass sie sich – genau wie im Tierheim – von der Freude ihrer Hundekumpels anstecken lässt und im vertrauten Umfeld offen auf neue Menschen zugeht.

Tatsächlich hopste das Mädel sofort mit den anderen um Claudia rum, hat sie abgeknutscht und versucht, ihr Leckerchen aus der Jacke zu klauen. Dann hat sie sich zu ihr auf die Couch geschmissen, mit den Pfoten gegrabbelt (O-Ton Claudia: „Da wiegt doch jede bestimmt 1 kg!“) und sich das Bäuchlein reiben lassen. Kurz und gut: sie hat ihren ganzen Charme spielen lassen.

Allerdings meinte Claudia lachend, Sofia sehe aus wie ein Bausatzhund… lauter Einzelteile, die nicht zusammenpassen, aber trotzdem zusammengewürfelt wurden und einen total niedlichen Hund ergeben. 

Mit Mortisha, Simba und Matilda klappt das Zusammenleben übrigens absolut problemlos. Es ist, als ob sie schon immer zusammengehörten. Es wird gespielt, gekuschelt und abgeschlabbert… so sehr, dass Matildas Öhrchen ein kleines bisschen wund sind zur Zeit. 

Nur als der kleine Gremlin sehr nachdrücklich darauf bestanden hat, ihre Winznase in Sofias Schnute zu stopfen und dabei ihr Gebiss auseinanderzuklappen, ist die Große unleidig geworden und hat knurrend (mit einem leicht hysterischen Unterton) versucht, das freche Tierchen irgendwie loszuwerden. Klappte nicht. Matilda ist da recht hartnäckig. Also habe ich sie mal von Sofia runtergepflückt. 

Wir sind jedenfalls rundum glücklich mit der Süßen und würden sie für nichts und niemanden wieder hergeben!

Erster Tierarztbesuch

Heute war für Sofia wieder ein anstrengender, aber trotzdem positiver Tag!

Morgens ging es mit den Hunden in den Ennert, wo man doch öfter Leute trifft als auf unseren üblichen Runden. Unter anderen halt auch normale Spaziergänger ohne Hunde, was sie besonders gruselig findet. Wir sind dann einfach in gebührendem Abstand hinter zwei Männern und einer älteren Dame hergegangen, die sich angeregt unterhielten…. so dass die Schnecke irgendwann gemerkt hat, dass ihr nichts passiert und sie wieder entspannt über den Waldweg trotten konnte.

Am frühen Nachmittag war sie als Begleitung für Simba mit bei der Tierärztin und totaaaaal mutig: im Wartezimmer hat sie – geduckt und mit leicht eingeklemmter Rute und angelegten Ohren – jede Ecke erkundet, ist zusammen mit ihrem großen Bruder auf die Waage (als er runter ist, konnten wir sehen, dass sie ganze 30,6 kg wiegt), hat sich von einer Tierarzthelferin anlocken und mit Leckerchen bestechen lassen, ist vorsichtig mit ins Behandlungszimmer, befand die Tierärztin schnell für ungefährlich, untersuchte eine geöffnete Schublade, nahm auch hier Leckerchen an und hat schließlich von sich aus eine Pfote auf den runtergefahrenen Behandlungstisch gesetzt!

Frau Daniels, die selber mal einen Angsthund hatte, war total begeistert…. vor allem als sie Sofi im Kopfbereich anfassen konnte (ihr war natürlich sofort die fette Narbe aufgefallen). Sie hat Sofia einen grundguten Charakter attestiert. Und die Pfoten seien der Hit! 

Malheur

An sich ist Sofia stubenrein… im Tierheim gehörte sie nämlich zur „Küchengang“, die zumindest nachts aus dem Freilauf direkt vor dem Haus der TH-Leiter ins Haus kam und so schon mal eine häusliche Umgebung kennenlernen konnte.  Bislang hat sie ihr Geschäft auch immer brav draußen gemacht und sogar mal nachts – als es wohl pressierte – ganz hektisch an der Terrassentür gekratzt, damit ihr jemand öffnet.

Trotzdem wirkt sie in allem, was sie tut, wie ein Junghund. Die dicken Pfoten, die ungelenken Bewegungen, die Aufregung,  bei allem, was sie erlebt, und dann der nahezu komatöse Schlaf.

Und genau wie ein Welpe/Junghund, bei dem die Blase drückt, nachdem er geschlafen, gefressen, gespielt oder etwas Aufregendes erlebt hat, muss auch Sofi pieseln. Als ihr „Papa“ heute einfach abends weg gewesen ist und sie bei seiner recht späten Heimkehr wach wurde, freute sie sich soooooo dolle, dass sie alles um sich herum vergaß, sich mitten ins Wohnzimmer hockte und einfach laufen ließ! Auf  mein erschrockenes und vorwurfsvolles „Sofia!“ hin, schaute sie ertappt, verkniff sich das Weiterpieseln und joggte sofort raus in den Garten. 😀

So war dann die Pfütze nicht allzu groß und ich konnte sie gerade noch mit einer glücklicherweise direkt daneben liegenden Hundedecke aufwischen, bevor sie unter das Sideboard fließen konnte. 😉

Rückruf

Knapp zwei Wochen nach ihren Einzug bei uns klappt das mit dem Rückruf (ohne Ablenkung) schon ganz gut.
Nur sollte man sich dabei nicht hinhocken…. 

Zuhause fühlt sie sich wohl….

So gestresst das Sofichen draußen auf Umweltreize reagiert, so entspannt ist sie bei uns zuhause. Das neue Quartett geht völlig selbstverständlich miteinander um und wir machen uns überhaupt keine Sorgen, sie alleine zu lassen…

Je nachdem wie eine Vergesellschaftung hier läuft, separiere ich die Hunde bei Abwesenheit und lasse den Neuen mit dem Hund zusammen, mit dem er sich am besten versteht. Diese Vorsichtsmaßnahme war aber hier von Anfang an nicht notwendig, auch wenn wir natürlich ganz „klein“ angefangen haben wie bei einem Welpen: mal den Müll rausbringen, mal in den Keller gehen, dann auf ein kurzes Schwätzchen zur Nachbarin rüber.

Da wir heute Görks Motorrad aus der Werkstatt abholen durften, nutzten wir auch dies zu Trainingszwecken und fuhren gemeinsam für ein halbes Stündchen weg. Niemand wurde aufgefressen  , kaputt gemacht hat Sofia aber auch nichts und alles blieb schön still.

Aber hätte jemand bei DIESEM Anblick, der mittlerweile schon normal ist, was anderes erwartet?

Panik pur

Ich habe beschlossen, dass ich Sofia zwar weiterhin den Stress zumute, in die Hundeschule und zu unseren großen Runden in der freien Natur zu fahren…. weitere Versuche, hier mal nur um den Block zu gehen, schenken wir uns aber in den nächsten Wochen: heute war es nämlich GANZ schlimm! 🙁

An sich fing die Löserunde richtig gut an: Sofia trabte beschwingt mit hocherhobener Rute hinter Simba und mir her…. und zögerte immer nur kurz, wenn sie an Ecken ankam oder irgendwo ein Geräusch hörte.

Als wir dann aber auf eine Parallelstraße einbogen, stand ein Stück vor uns ein LkW halb auf dem Bürgersteig, aus dem ein paar Männer offenbar gerade etwas ausluden. Um die Kleine nicht allzu sehr zu stressen, überquerten wir also die Straße, um die potentielle „Gefahrenquelle“ im Bogen zu passieren. Just als wir aber auf Höhe des Lasters waren, ging in dem Haus dahinter ein Presslufthammer los….

Panik pur. Ich hatte Schwierigkeiten, die völlig hektische Sofia zu halten, habe sie im Geschirr gepackt….sie stand auf den Hinterbeinen und mühte sich so heftig ab, dort weg zu kommen, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie sich nicht die Krallen abgefetzt hat. Die Geräusche, die sie dabei in ihrer höchsten Not gemacht hat, waren einfach nur erbärmlich. 🙁

Ich war echt froh, als wir endlich zuhause waren, wo sie sofort wieder entspannen konnte…. erstaunlicherweise OHNE sich zu übergeben!

Mann Mann Mann… das wird noch ein hartes Stück Arbeit. Aber wir haben ja alle Zeit der Welt.