Kleiner Zerstörer

So niedlich Matilda in Mortys grauem Fleecepulli auch aussieht: er ist einfach zu groß und sie rutscht nur nicht raus, wenn man ihr das Geschirr drüberzieht. Dann knubbelt der Pulli aber an den Vorderläufen und so kommt es immer wieder zu leichten  Abschürfungen.

Ein passender Wintermantel musste also her!

Da ich eh einen großen Hunde-Einkauf zu erledigen hatte, nahm ich das Tildchen mit zum Fressnapf und fand tatsächlich einen schicken, warmen und gut sitzenden Mantel. Nun gut… günstig war das Markenteil nicht (44 €), aber was soll’s.

Nur: der Mantel hat ganze drei Tage gehalten! *grmpf*

Matilda wuselte vorhin über ein Feld, verschwand plötzlich stöbernd im Unterholz, ich rief sie ab, sie peste zurück…. und blieb in Stacheldraht hängen. Im Grunde bin ich ja froh, dass sie sich nicht den Rücken aufgeschrammt hat, sondern dass nur der Mantel vom Kragen bis über den gesamten Rücken kleinere Risse hat, aus denen nun das Füllmaterial quillt. Trotzdem ärgert es mich ein ganz kleines bisschen, soviel Geld in den Sand gesetzt zu haben.

Nähen kann man das Material nicht, Flicken aufbügeln auch nicht. Ich werde jetzt wohl einfach versuchen, an einer Stelle Duct-Tape drüberzukleben. Falls das einigermaßen hält und regendicht bleibt, bekommt sie halt einen silbernen Rallyestreifen auf den Mantel.

 

Mieser Tag

Beim Knuddeln hat Görk zufälligerweise DAS hier in Mortishas Ohr entdeckt:

…und ist total in Panik geraten!

Statt mich auf Arbeit anzurufen, hat er sich die Kleine unter den Arm geklemmt und ist zur Tierärztin gerast…um dort vor verschlossenen Türen zu stehen. Also wieder ab nach Hause und dort festgestellt, dass Simba seinen Nikolausteller geräubert hatte, den er vorsorglich mitten auf den Esstisch gepackt hatte.

Dann saß er auf heißen Kohlen, bis die Praxis um 17.00 Uhr öffnete und er seinen kleinen Liebling endlich vorstellen konnte. Hier gab es zwar eine Entwarnung (ich hätte ihm auch verraten können, dass das nur eine Warze ist), doch wurde das Knubbelchen an seinem schmalen Stile nun mit einem Schleifchen abgebunden, woraufhin Mortisha gellend schrie….  und Görk kann so was nur GANZ schlecht ertragen.

Der Arme war mit den Nerven jedenfalls komplett runter, als ich nach Hause kam.

Besuch in Wörrstadt

Vorab: Miss Sophi ist in natura noch viiiiiiel niedlicher als auf den Fotos! 

Und als ob sie wüsste, worauf es ankommt, hat sie sich zuallererst auf Görk gestürzt und ihn abgeknutscht. Ihn (und mich) hatte sie damit natürlich sofort um ihre dicken Pfoten gewickelt, nun kam es nur noch darauf an, was Mortisha und die anderen zu ihr sagen würden…

Also ging es ab in den Freilauf und wir holten die kleine Oma dazu, ihr nervöses und übervorsichtiges Herrchen wohlweislich draußen lassend. Er ist für Tisha nämlich nicht nur eine extrem wichtige Ressource, die es abzuschirmen gilt, sondern sie achtet auch sehr genau auf seine Stimmung und lässt sich dadurch gerne mal negativ beeinflussen. Diesen Unsicherheitsfaktor ausgeschaltet und es fluppte: der Gremlin guckte zwar etwas skeptisch, zickte aber nicht rum, sondern tapste nach einem kurzen Beschnufeln ihrer eigenen Wege. Nun durfte Görk mit in den Freilauf und dank der ruhigen Tipps von Christian durfte Sophi sogar in seine Nähe kommen, ohne dass das Möhrchen Ärger gemacht hätte.

Görk war total baff, wie gut das klappte, und so durfte Matilda hinzukommen. Die ist zwar grundsätzlich nett, hält sich aber seit ihrer schlimmen Schmerzphase fremde Hunde vom Leib, wenn diese sie bedrängen. Tilda wuselte also erst mal begeistert durch den Freilauf, begrüßte alle Menschen, checkte die Große ab und interessierte sich nicht weiter für sie.

Jetzt wurden die Gremlins wieder ins Auto gepackt und Simba in den Freilauf geführt. Er trabte schnurstracks auf Sophi zu, machte sich groß, merkte aber sofort, dass sie ein nettes Mädchen war…und wusste dann nicht so recht, was er tun sollte. Als er sich abwandte und und ich ihn dafür lobte, strahlte er über’s ganze Gesicht und hopste freudig los.

Na, wenn das mal nicht vielversprechend war!

Der folgende Spaziergang lief noch viel besser: das Trio wurde nach wenigen Metern abgeleint, Sophi blieb notgedrungen an der Flexi. Sie wuselte aber wie selbstverständlich zwischen unseren Hunden umher und alle waren total relaxt. Simba warf sich zwischendurch auf den Rücken und strampelte mit allen Vieren, Morty hopste neben Sophi her und biss ihr spielerisch in die Wamme, Matilda rannte mit ihrem großen Onkel um die Wette und selbst als das Sofichen mitmachen wollte und im Vorbeilaufen versuchte, Simba im Geschirr zu packen, wurde es nicht kribbelig!

Wieder im Tierheim angekommen, ging es gleich mit allen Vieren in den Freilauf und die Stimmung blieb weiterhin schön entspannt. Gut, Sophi wurde von jedem mal kurz angeraunzt, aber mal ehrlich: wenn man sich zwischen Tisha und ihr geliebtes Herrchen drängen möchte, muss man damit rechnen…und auch wenn man zu vertraulich wird und  kleine Gremlins oder gestandene Rüden abknutschen möchte. Simba hat aber ganz schnell gemerkt, dass es eh nichts bringt, Hündinnen anzubrummen und so blieb er stoisch stehen, als Sophi irgendwann unbedingt unter ihm durchkrabbeln musste und ihn dabei fast von den Pfoten geholt hätte! 

Hier mal ein Pic, das Karin gemacht hat. Das erste Gruppenfoto!

Besuch aus Wörrstadt

Nachdem morgens ein paar lustige WhatsApps hin und her gegangen waren, bei denen mein Göttergatte mir befahl, den Kontakt nach Wörrstadt augenblicklich abzubrechen  , kam abends der Tierheimleiter Christian auf einen Kaffee vorbei: er hatte nämlich einen Hund in sein neues Zuhause nach Solingen gebracht und Bonn lag quasi auf dem Rückweg nach Wörrstadt.

Aus dem einfachen Kaffetrinken wurde dann ein vierstündiger Besuch. 

Wir unterhielten uns über Gott und die Welt… und bequatschten natürlich auch unseren  Besuch kommenden Sonntag, zu dem Görk sich hatte breit schlagen lassen. Christian erzählte uns, wie sie im Tierheim Hundeteams miteinander bekannt machen und beruhigte uns noch, dass wir uns keine Sorgen machen müssten… sie würden sich bei Vermittlungen immer ganz viel Zeit lassen, damit die Hunde einen guten Start haben.

Ich nun im gespielt vorwurfsvollen Ton: „Christian! Das ist keine Vermittlung, sondern NUR ein Besuch!“

Daraufhin guckte Görk nur kopfschüttelnd von mir zu ihm und sagte: „Für wie blöd haltet ihr mich eigentlich? Mir ist schon klar, dass das Thema jetzt durch ist….“

  

Veto… oder doch nicht?

Nach Vegas Tod, der uns immer noch arg nachhängt, war ich mir sicher, dass wir keine Nachfolgerin mehr für sie finden würden. Schließlich sind unsere verbliebenen Hunde recht „speziell“ mit ihren Eigenheiten und gesundheitlichen Handicaps.

Trotzdem bleibt im Zuge meiner Tierschutzarbeit der Blick immer mal wieder an bestimmten Hunden hängen. Hunden, die mich durch ihre Optik, ihr Wesen und/oder ihre persönliche Geschichte ansprechen… doch bisher hatte ich keinen ernsthaft in Erwägung gezogen, weil es einfach nicht passen konnte.

Bis dann „Miss Sophi“ daherkam, bei der ich nicht nur ein zweites Mal hinguckte, sondern auch die Beschreibung gleich ein zweites Mal las und mich insgeheim fragte, ob SIE nicht vielleicht. Aber NEIN…darüber durfte ich nicht nachdenken. Drei Hunde sind genug!

Tja, bis dann Karin (TH-Leiterin in Wörrstadt) schwer seufzte und meinte, sie tue sich mit ihrer Vermittlung so schwer und habe Bedenken, nicht das passende Zuhause für ihre Schnecke zu finden. Am liebsten wäre es ihr, WIR würden mal mit unseren Hunden ins Tierheim fahren und sie kennenlernen.

Nein, das ging gar nicht. Görk würde mir was husten!

Aber der Gedanke hatte Fuß gefasst und so schnitt ich heute dann doch mal ganz vorsichtig das Thema an. Resultat: er lehnte einen neuen Vierthund KATEGORISCH ab.

Bei der folgenden „Diskussion“, bei der ich jedes Argument mit einem Gegenargument zu entkräften wusste, bemühte er sich schon, streng zu bleiben, konnte sich aber zwischendurch ein Grinsen nicht verkneifen. Von daher ist das Gespräch gar nicht so schlecht gelaufen.  Nun muss ich ihn nur dazu bringen, sich Sophi live anzugucken, den dann hat er eh verloren. 

Das ist die Süße:

Die wohl letzten herbstlichen Tage….

…mit strahlendem Sonnenschein musste man ausnutzen. Also die Kamera mitgenommen und drauf losgeknipst!

Bester Hundepapa

Vorhin fing Matilda an zu würgen und ich wollte sie noch fix von der Hundematratze auf die Fliesen bugsieren … nicht geklappt, also klaube ich die Decke zusammen, während sie leidend zu Görk auf die Couch tapert. Sie würgt erneut, er sagt mitleidig „Oh Baby“… hält ihr die Hände unters Schnütchen…. und sie kotzt rein!

Er schaut sich die Bescherung an, guckt zu mir und fragt ganz verdattert: „Das habe ich nicht wirklich gemacht, oder?“

Normalerweise ist mein Mann total fimschig und ich muss immer Erbrochenes oder Durchfall weg machen. Aber da sieht man mal, wieviel Fürsorge und Liebe in ihm steckt, wenn er rein intuitiv und ohne drüber nachzudenken handelt!